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Elektroauto oder doch der gute alte Verbrenner?

Oktober 2026 · ca. 7 Minuten Lesezeit

Die einen schwören auf leises, günstiges Fahren mit Strom, die anderen auf Reichweite und Tankstellen an jeder Ecke. Wir haben uns angeschaut, wie kompliziert Elektromobilität wirklich ist, wie gut man in Europa und Kroatien laden kann – und was das alles für Ihren nächsten Fahrzeugkauf bedeutet.

Elektroauto lädt an einer Küstenstraße in Kroatien

Ist Elektromobilität komplizierter?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wo Sie parken. Wer zu Hause oder bei der Arbeit eine Steckdose oder Wallbox hat, erlebt das Elektroauto oft sogar als bequemer als den Verbrenner. Man steckt abends an und fährt morgens mit vollem Akku los – der Umweg zur Tankstelle entfällt. Für die meisten täglichen Wege reichen heutige Reichweiten von 250 bis 500 Kilometern locker aus.

Anders sieht es aus, wenn Sie in einer Wohnung ohne eigenen Stellplatz leben. Dann sind Sie auf öffentliche Ladesäulen angewiesen – und Laden wird zu einer Aufgabe, die man einplanen muss. Auf langen Strecken gilt das ebenso: Statt fünf Minuten an der Zapfsäule dauert ein Ladestopp am Schnelllader meist 20 bis 40 Minuten. Mit Kaffeepause ist das kein Drama, aber es ist ein anderes Reisen.

Laden in Europa: Das Netz wächst – aber ungleich

In der EU gab es Ende 2025 bereits über eine Million öffentliche Ladepunkte – Tendenz steigend. Allerdings ist das Netz sehr ungleich verteilt: Die Niederlande, Deutschland, Frankreich und Belgien stellen einen großen Teil aller Ladepunkte, während Süd- und Südosteuropa noch deutlich dünner versorgt sind.

Damit Langstrecken überall machbar werden, schreibt die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) vor, dass entlang der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen etwa alle 60 Kilometer ein Schnellladepark stehen muss. Außerdem müssen neue Schnelllader seit 2024 die Bezahlung per Bankkarte ermöglichen und Preise transparent anzeigen – das lästige Sammeln von Ladekarten und Apps wird damit nach und nach überflüssig.

Und Kroatien? Entlang der Autobahnen, etwa auf der A1 Richtung Küste, und in den größeren Städten finden Sie inzwischen Schnelllader verschiedener Anbieter. Im Hinterland und auf den Inseln wird es dünner, und in der Hauptsaison sind die Ladesäulen an der Küste oft gut besucht. Wer im Sommer mit dem Elektroauto nach Dalmatien fährt, sollte die Route planen und am besten eine Unterkunft mit Lademöglichkeit wählen.

Schnellladepark an einer Autobahnraststätte
Gut zu wissen: In Europa hat sich der Stecker vereinheitlicht. Zu Hause und an normalen Säulen laden Sie mit Typ 2 (Wechselstrom), an Schnellladern mit CCS (Gleichstrom). Wie schnell ein Auto lädt, hängt vor allem vom Fahrzeug ab – nicht nur von der Säule.

Was kostet das eigentlich?

Beim Elektroauto entscheidet der Ladeort über die Kosten. Mit Haushaltsstrom oder eigener Photovoltaik fahren Sie meist deutlich günstiger als mit Benzin oder Diesel. Am öffentlichen Schnelllader kann der Preis pro 100 Kilometer dagegen in die Nähe eines sparsamen Diesels kommen. Dafür sind die Wartungskosten niedriger: kein Ölwechsel, kein Zahnriemen, keine Kupplung – und die Bremsen werden dank Rekuperation geschont.

Ein Punkt, der Käufer von Gebrauchtwagen freut: Elektroautos verlieren in den ersten Jahren oft schneller an Wert als Verbrenner. Für den Erstbesitzer ist das ärgerlich – für Sie als Gebrauchtkäufer bedeutet es, dass gut erhaltene Elektroautos heute zu Preisen zu haben sind, die vor wenigen Jahren undenkbar waren.

Gebrauchtes Elektroauto kaufen: Darauf kommt es an

Das Herz eines Elektroautos ist der Akku. Er altert langsamer, als viele befürchten, trotzdem sollten Sie genau hinschauen:

  • Batteriezustand (SoH): Fragen Sie nach einem aktuellen Batteriezertifikat oder einem Werkstattbericht. Werte über 85–90 % sind bei einigen Jahren Laufzeit ein gutes Zeichen.
  • Batteriegarantie: Viele Hersteller geben 8 Jahre oder 160.000 km auf den Akku. Prüfen Sie, wie viel davon noch übrig ist und ob sie auf Sie übergeht.
  • Ladeleistung und Ausstattung: Kann das Auto an Schnellladern (CCS) laden, und mit wie viel kW? Eine Wärmepumpe hilft im Winter spürbar bei der Reichweite.
  • Zubehör: Ist das Ladekabel (Typ 2) dabei? Ein mobiles Ladegerät für die Haushaltssteckdose ist ein schönes Extra.
  • Probefahrt mit Ladestopp: Wenn möglich, einmal an einem Schnelllader anstecken – so sehen Sie, ob die Ladeleistung stimmt.
Käufer begutachtet einen Gebrauchtwagen

Und der Verbrenner? Noch lange nicht von gestern

Benziner und Diesel haben nach wie vor handfeste Vorteile: große Reichweite, Tankstellen überall – auch auf jeder Insel und in jedem Bergdorf –, niedrige Anschaffungspreise und Werkstätten, die jeden Motor kennen. Wer oft einen Anhänger, Wohnwagen oder ein Boot zieht, ist mit einem Verbrenner meist entspannter unterwegs. Und eines ist sicher: Bestehende Verbrenner dürfen weiter gefahren, gekauft und verkauft werden.

Die Kehrseite: Kraftstoff ist teurer als Strom aus der eigenen Steckdose, Wartung und Verschleiß kosten mehr, und in einigen europäischen Städten gelten Umweltzonen mit Einschränkungen für ältere Diesel. Ein Mittelweg können Hybride sein – Plug-in-Hybride lohnen sich allerdings nur, wenn man sie auch wirklich regelmäßig lädt.

Unser Fazit: Was passt zu wem?

  • Elektroauto, wenn Sie zu Hause oder bei der Arbeit laden können, täglich überschaubare Strecken fahren oder einen günstigen Zweitwagen für die Stadt suchen.
  • Verbrenner, wenn Sie viel Langstrecke in Regionen mit wenigen Ladesäulen fahren, regelmäßig etwas ziehen, keine Lademöglichkeit haben oder mit kleinem Budget kaufen.
  • Hybrid, wenn Sie beides wollen: niedrigen Verbrauch in der Stadt und volle Freiheit auf der Langstrecke.

Am Ende gibt es kein „richtig“ oder „falsch“ – nur das Auto, das zu Ihrem Alltag passt. Auf voziti.eu finden Sie beides: Elektroautos, Hybride, Benziner und Diesel von privaten und gewerblichen Anbietern aus Kroatien und der Region.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Preise, Förderungen und das Ladenetz ändern sich laufend – bitte prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Angaben.

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