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Kameras, Zonen, saftige Strafen: Wo es für Autofahrer in Kroatien teuer werden kann
Zwei Einfahrten in die Altstadtzone, über ein Jahr später kommt der Brief: Mehrere Touristen berichten von Strafen in Tausender-Höhe aus Dubrovnik. Doch nicht nur dort lauern Kameras. Wir zeigen, wo es in Kroatien schnell teuer wird – und wie Sie sich unangenehme Post sparen.

Dubrovnik: Die Zone, die Urlauber Tausende kosten kann
Seit dem 2. Juni 2025 gilt rund um die Altstadt von Dubrovnik eine Zone mit besonderem Verkehrsregime. Sie umfasst unter anderem die Zufahrten von Ilijina glavica über die Zagrebačka ulica bis Viktorija sowie das Gebiet von Pile bis Boninovo. Kameras lesen an den Einfahrten die Kennzeichen – wer keine Berechtigung hat, bekommt den Bescheid per Post.
- Wann: regulär vom 1. März bis 30. November, bei hohem Verkehrsaufkommen auch zu anderen Zeiten.
- Wer hinein darf: nur Fahrzeuge mit Genehmigung oder mit gemeldeter Unterkunft bzw. Parkplatzreservierung. Unterkünfte in der Zone müssen das Kennzeichen ihrer Gäste vorab oder spätestens drei Tage nach Ankunft melden.
- Was es kostet: laut Stadt 260 € für Privatpersonen, 660 € für Selbstständige und 1.320 € für Firmen (plus 260 € für die verantwortliche Person).
- Der Haken: Jede Einfahrt zählt als eigener Verstoß. Wer an einem Tag mehrmals hinein- und hinausfährt, sammelt mehrere Strafen.
- Mietwagen: Seit Mai 2026 gilt eine mildere Regel, wenn die Vermietung den tatsächlichen Fahrer rechtzeitig meldet – dann 260 € für die Firma und 30 € für die verantwortliche Person.
Zagreb: Neue Anwohnerzonen beim Parken
Auch in der Hauptstadt wird es strenger. Zagreb hat im September eine neue Parkverordnung auf den Weg gebracht: In sogenannten „braunen Parkblöcken“ (smeđi parkirališni blok) dürfen nur Anwohner und Betriebe mit gültiger Parkkarte für genau diesen Block parken. Wer dort falsch steht, riskiert 660 € als Fahrzeughalter und 260 € als Fahrer. Dieselben Beträge drohen vor Kindergärten – dort werktags von 7 bis 9 und von 15 bis 17 Uhr. Kontrolliert wird von der Kommunalaufsicht (komunalni redari).
Kameras überall: Tempo, Handy, Gurt

Kroatien hat sein Kameranetz in den letzten Jahren stark ausgebaut: Anfang 2026 waren rund 200 fest installierte Messgeräte in etwa 770 Gehäusen im Einsatz – man weiß also nie genau, in welchem gerade gemessen wird. Die neueste Generation schaut sogar ins Auto und erkennt, ob jemand das Handy in der Hand hat oder nicht angeschnallt ist. Diese Geldbußen gelten derzeit für zu schnelles Fahren:
- Innerorts: bis 10 km/h 30 €, 10–20 km/h 60 €, 20–30 km/h 130 €, 30–50 km/h 390–920 €, über 50 km/h 1.320–2.650 € – dazu Fahrverbot und im schlimmsten Fall bis zu 60 Tage Haft.
- Außerorts: 10–30 km/h 60 €, 30–50 km/h 260 €, über 50 km/h 660–1.990 €.
- Punkte: Mit 12 Minuspunkten ist der Führerschein weg. Die Punkte werden zwei Jahre nach Rechtskraft gelöscht.
Jetzt im Herbst und Winter: Licht und Winterausrüstung

- Licht am Tag: Vom 1. November bis 31. März muss in Kroatien auch tagsüber Licht brennen – Abblend- oder Tagfahrlicht. Wer ohne fährt, zahlt 30 €. Achtung: Bei vielen neueren Autos leuchtet mit dem automatischen LED-Tagfahrlicht hinten nichts. Bei Nebel, Regen oder Dämmerung deshalb das Abblendlicht von Hand einschalten.
- Winterausrüstung: Vom 15. November bis 15. April gilt auf den ausgewiesenen Winterstrecken – rund 840 km Autobahn und über 1.800 km Staats- und Kreisstraßen – die Pflicht zur Winterausrüstung, auch bei trockener Straße. Pkw brauchen vier Winterreifen oder Sommerreifen mit mindestens 4 mm Profil plus Schneeketten. Sonst: 130 € – und die Polizei kann die Weiterfahrt verbieten.
Was noch kommt: deutlich höhere Strafen geplant
Mitte Oktober 2026 hat Innenminister Davor Božinović Änderungen am Straßenverkehrssicherheitsgesetz vorgestellt. Noch ist das nur ein Entwurf – bis zum Inkrafttreten gelten die alten Beträge. Geplant sind unter anderem:
- Parken: normale Parkverstöße 60 statt 30 €, Behindertenparkplätze 150 statt 90 €, gefährliches Parken bis zu 300 €.
- Gurt und Kindersitz: 200 statt 130 €.
- Raser und Poser: illegale Rennen 2.000 bis 5.000 € samt Beschlagnahme des Fahrzeugs; wer eigene gefährliche Fahrten filmt und online stellt, soll 800 bis 2.000 € zahlen.
Unterwegs im Ausland: Deutschland und Italien
- Deutschland: In vielen Städten gelten Umweltzonen. Benziner und Diesel brauchen die grüne Plakette, ohne sie kostet es 100 €. Seit 1. Oktober 2026 sind Elektroautos mit anerkannter E-Kennzeichnung befreit – ob ein kroatisches E-Auto als solches gilt, ist nicht eindeutig. Im Zweifel die Plakette vorher kaufen, sie kostet nur einen Bruchteil der Strafe.
- Italien: Fast jede Altstadt hat eine „Zona a traffico limitato“ (ZTL) mit Kameras. Die Strafbescheide kommen oft erst Monate nach dem Urlaub – bei Mietwagen meist zusätzlich mit einer Bearbeitungsgebühr der Vermietung.
So sparen Sie sich teure Post
- Schilder lesen: Achten Sie vor Altstädten auf Hinweise wie „Zona ograničenog prometa“ oder „ZTL“ und auf Kameras über der Fahrbahn.
- Unterkunft fragen: Liegt sie in einer Zone, klären Sie vor der Anreise, wie Ihr Kennzeichen gemeldet wird.
- Außerhalb parken: Parkhäuser am Rand der Zone sind fast immer günstiger als jede Strafe.
- Licht und Reifen prüfen: Abblendlicht im Winter an, Winterreifen bzw. Ketten für Fahrten ins Landesinnere einpacken.
- Handy weg: Die neuen Kameras sehen es – auch an der roten Ampel.
- Bescheid prüfen und schnell zahlen: Stimmen Datum, Uhrzeit und Kennzeichen? Dann innerhalb von acht Tagen zahlen und ein Drittel sparen.
Unser Fazit
Kroatien setzt immer stärker auf Kameras – an Altstädten, auf Landstraßen und bald auch beim Blick ins Auto. Die meisten Strafen lassen sich mit ein wenig Vorbereitung leicht vermeiden. Wer weiß, wo die Zonen liegen, sein Kennzeichen rechtzeitig meldet und im Winter an Licht und Reifen denkt, fährt entspannt – und spart sich teure Briefe Monate später.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Beträge Stand November 2026 – Regeln und Bußgelder können sich ändern. Quellen u. a.: Stadt Dubrovnik (über index.hr und nova.rs), tportal.hr, Europäisches Verbraucherzentrum Kroatien, osiguraj.hr, kompare.hr, lika-express.hr.



