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Elektro-Gebrauchtwagen: Worauf Sie unbedingt achten müssen
Gebrauchte Elektroautos sind deutlich günstiger geworden und für viele Pendler eine echte Option. Der Haken: Das Herzstück, der Akku, lässt sich von außen nicht beurteilen. Mit diesen Punkten kaufen Sie trotzdem sicher.

Der Akku entscheidet
Der Akku ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos. Mit den Jahren verliert er etwas Kapazität – meist langsam und gleichmäßig, bei manchen Modellen oder bei ungünstiger Nutzung aber schneller. Entscheidend ist der sogenannte State of Health (SoH), also die verbleibende Kapazität im Vergleich zum Neuzustand. Werte um 90 % gelten bei einem einige Jahre alten Auto als gut, deutlich darunter sollte der Preis entsprechend niedriger sein.
- Akku-Zertifikat verlangen: Viele Händler und Werkstätten können den SoH mit einem Diagnosegerät messen und schriftlich bestätigen. Ohne Nachweis: Preis verhandeln oder selbst einen Test machen lassen.
- Batteriegarantie prüfen: Viele Hersteller geben auf den Akku eine eigene Garantie, häufig 8 Jahre bzw. 160.000 km auf eine Mindestkapazität. Wie lange sie noch läuft und ob sie auf den neuen Besitzer übergeht, steht in den Unterlagen – fragen Sie danach.
- Nach dem Ladeverhalten fragen: Wurde fast nur an Schnellladern geladen oder meist zu Hause? Häufiges Schnellladen und dauerhaftes Laden auf 100 % belasten den Akku stärker.
- Unfälle ernst nehmen: Schäden am Unterboden können den Hochvoltakku betreffen. Eine Unfallhistorie gehört bei E-Autos besonders genau geprüft.
Laden: Was das Auto kann – und was nicht
- Anschluss: Aktuelle Modelle laden mit Typ 2 (Wechselstrom) und CCS (Schnellladen). Ältere Modelle mit CHAdeMO finden in der Region deutlich weniger Schnellladesäulen.
- Ladeleistung: Wie schnell lädt das Auto zu Hause (z. B. 7 oder 11 kW) und unterwegs? Für lange Strecken an der Küste oder ins Ausland macht das einen großen Unterschied.
- Wärmepumpe: Sie spart im Winter spürbar Reichweite – besonders interessant, wenn Sie im Hinterland oder in den Bergen unterwegs sind.
- Kabel dabei? Ladekabel für öffentliche Säulen und ein mobiles Ladegerät für die Steckdose kosten neu schnell einige hundert Euro.
Die klassischen Punkte nicht vergessen
Ein E-Auto hat keinen Ölwechsel und keinen Auspuff – aber es bleibt ein Auto. Durch Gewicht und Drehmoment nutzen sich die Reifen oft schneller ab. Die Bremsen werden wegen der Rekuperation wenig benutzt und können dadurch rosten. Prüfen Sie auch Fahrwerk, Klimaanlage und die kleine 12-Volt-Batterie, die bei vielen E-Autos der häufigste Pannengrund ist. Und wie bei jedem Gebrauchten: Serviceheft, Rückrufaktionen und Software-Updates zeigen, wie gut das Auto gepflegt wurde.

Was ein E-Auto im Alltag kostet
Am günstigsten fährt, wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann. Schnellladen unterwegs ist deutlich teurer und kann – je nach Tarif – fast an die Kosten eines sparsamen Diesels heranreichen. Dafür fallen Ölwechsel, Zahnriemen, Kupplung oder Auspuff weg. Rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihrem eigenen Stromtarif und Ihren täglichen Kilometern – für Pendler mit festen Strecken geht die Rechnung oft auf.
Checkliste für die Probefahrt
- SoH-Nachweis oder Akku-Test vorhanden?
- Batteriegarantie: Restlaufzeit und Übertragbarkeit geklärt?
- Reichweitenanzeige bei vollem Akku plausibel?
- Wenn möglich einmal an einer Schnellladesäule laden – erreicht das Auto die erwartete Leistung?
- Ladekabel, Ladeziegel und Ladekarten-Übergabe geklärt?
- Reifen, Bremsscheiben, 12-Volt-Batterie und Unterboden angeschaut?
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Garantiebedingungen und Akkuwerte unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.


